.

175. Kirchliches Gesetz über die Führung von Verzeichnissen betreffend die Gemeindeglieder in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (Kirchenregistergesetz)

Vom 8. März 1991

(Abl. 54 S. 543)

Im Wissen um den Mißbrauch, dem insbesondere in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auch kirchliche Register unterworfen waren, hat die Landessynode das folgende kirchliche Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:
####

§ 1
Amtshandlungsverzeichnisse

( 1 ) Die Amtshandlungsverzeichnisse dienen der Beurkundung kirchlicher Amtshandlungen.
( 2 ) In Amtshandlungsverzeichnissen werden beurkundet:
  1. die Taufe,
  2. die Konfirmation,
  3. die Trauung,
  4. die Bestattung,
  5. die Aufnahme, der Übertritt und die Wiederaufnahme in die Kirche.
( 3 ) Die Eintragung einer Amtshandlung in das Amtshandlungsverzeichnis beweist, daß die Amtshandlung ordnungsgemäß vorgenommen wurde. Ist eine Amtshandlung nicht in das Amtshandlungsverzeichnis eingetragen, so wird ihre Gültigkeit davon nicht berührt.
#

§ 2
Weitere Verzeichnisse

Neben den Amtshandlungsverzeichnissen werden geführt:
  1. ein Verzeichnis der Austritte einschließlich der Übertritte zu anderen Kirchen oder Religionsgemeinschaften als Ergänzung zu den Amtshandlungsverzeichnissen,
  2. ein Verzeichnis der Kinder, deren Taufe aufgeschoben ist (Katechumenenverzeichnis) zur Wahrnehmung der Aufgaben des Pfarramts für diese Kinder nach der Taufordnung,
  3. ein Verzeichnis der Familien (Familienverzeichnis), welches Angaben zu den Ehegatten, den Kindern und den Eltern von Gemeindegliedern und deren Ehegatten enthält und das Gemeindegliederverzeichnis ergänzt,
#

§ 3
Führung der Verzeichnisse

( 1 ) Die verzeichnisführenden Stellen, die in die Verzeichnisse aufzunehmenden Daten und Einzelheiten des Verfahrens werden vom Oberkirchenrat durch Verordnung bestimmt.
( 2 ) Die verzeichnisführenden Stellen sind zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Amtshilfe verpflichtet.
#

§ 4
Änderung der Bestattungsordnung

§ 9 der Bestattungsordnung vom 13. November 1969 (Abl. 44 S. 672#) erhält folgende Fassung:
„Der Pfarrer, der die kirchliche Bestattung vorgenommen hat, veranlaßt, daß sie in das Bestattungsverzeichnis der Kirchengemeinde eingetragen wird, in deren Bereich der Verstorbene mit Hauptwohnung gemeldet war (Wohnsitzkirchengemeinde).“
#

§ 5
Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 1992 in Kraft.

#
1 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 102 dieser Sammlung.
#
2 ↑ Red. anm.: Abgedruckt unter Nr. 170 dieser Sammlung.